Kita-Tour in Malsfeld und Melsungen – Chancengerechtigkeit für alle Kinder statt sozialpolitische Umverteilung

7. Mai 2018

·         René Rock, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, und Wiebke Knell, MdL, Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion Schwalm-Eder besuchen Kitas in Malsfeld und Melsungen

·         Kinder brauchen Räume, Zuwendung und inhaltliche Qualität

·         Fachgespräch im Rathaus über Erwartungen und Anforderungen an frühkindliche Bildung heute

 

MALSFELD/MELSUNGEN  – René Rock, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, und Wiebke Knell, Mitglied des Hessischen Landtags und Vorsitzende der FDP-Kreistags-fraktion im Schwalm-Eder-Kreis haben am 2. Mai 2018 zusammen mit örtlichen FDP-Vertretern die städtischen Kindertagesstätten „Pusteblume“ in Malsfeld sowie „Kasseler Straße“ und „Bachfeld“ in Melsungen besucht. Es folgte ein Fachgespräch zur frühkindlichen Bildung im Melsunger Rathaus mit Kita-Leitungen und einer Elternvertretung.

Alle drei Einrichtungen und ihr Bürgermeister bzw. Fachbereichsleiter sehen im Mangel an Kitaplätzen und den damit verbundenen Ausbaukosten die größte aktuelle Herausforderung, gefolgt von der Notwendigkeit, ausreichend qualifiziertes Fachpersonal zu finden, um so Kinder liebevoll zugewandt und an ihren individuellen Bedürfnissen orientiert zu betreuen und in ihrer Entwicklung zu begleiten. Sprachförderung und ein gelungener Übergang von Kita zur Schule waren weitere Themen.

„Genau deshalb sind wir hier“, unterstrich Rock. „Wir wollen von Ihnen hören, was Sie von der Politik erwarten, um Ihre Bildungsarbeit leisten zu können. Kindertagesstätten sind Bildungsorte, es ist hier, wo die Grundlagen für echte Chancengerechtigkeit gelegt werden. Deshalb will die FDP mehr in frühkindliche Bildung investieren, Sie brauchen Ressourcen, Zeit, Raum, Erzieher, Fortbildung und vernünftige Gruppengrößen.“

„Da bringt das Wahlgeschenk „Kostenfreiheit“ der Schwarz-Grünen Landesregierung überhaupt nichts“, ergänzte Knell. „136 Euro weniger im Monat mögen für die Eltern angenehm sein, aber sie verbessern die Qualität nicht. Unser Ziel ist nicht die Kostenfreiheit, sondern mehr Geld für die Kitas. Wir wollen in der nächsten Legislaturperiode 750 Millionen Euro zusätzlich in frühkindliche Bildung investieren und ca. 7.000 Erzieherinnen und Erzieher neu einstellen.“

„Die Freien Demokraten haben bereits drei Gesetzesinitiativen zur frühkindlichen Bildung in den Landtag eingebracht, weitere werden folgen“, erläuterte Rock:

1.      „Wir werden die Eltern und die Partnerschaft zwischen Eltern und Kitas stärken. Wenn es einen Landeselternbeirat für Kitas gibt und Eltern für die Bedeutung frühkindlicher Bildung sensibilisiert sind, dann haben Eltern viel mehr Gewicht in der politischen Debatte.

2.      Wir wollen Eltern und Kommunen dabei unterstützen, die Kinder in der Nähe des Arbeits-ortes der Eltern unterzubringen. Das Land zahlt dann eine Pauschale an jene Kommunen, die Kinder aus anderen Kommunen aufnehmen. Diese ‚Wahlfreiheit‘ ist besonders auch für Alleinerziehende wichtig.“

3.      Zu unserer Qualitätsoffensive gehört auch eine Qualitätspauschale für die Kitas, damit diese selbst entscheiden können, wie sie ihre Ressourcen einsetzen.

4.      Wir wollen einen Prozess anschieben, der die Freistellung der Kita-Leitung und die Vorbereitungszeit von Erzieherinnen und Erziehern erleichtert und ausbaut. Wir brauchen attraktivere Arbeitsbedingungen und einen neuen Ausbildungsansatz, der es ermöglicht, von Anfang an auch Geld zu verdienen.

5.      Der Übergang von der Kita zur Schule soll durch eine Weiterführung der „Qualifizierten Schulvorbereitung“ (QSV) erleichtert werden.

„Die Realität darf so nicht bleiben“, betonte Rock. Wir brauchen nicht mehr Sozialmaßnahmen und Umverteilung, sondern wir müssen von Anfang an dafür sorgen, dass sich jeder Mensch nach seinen Fähigkeiten selbstständig entwickeln kann. Wir brauchen in Hessen statt Stillstand eine Bildungspolitik, die dem Wandel der Gesellschaft Rechnung trägt. Kinder kommen heute viel früher in die Kitas und bleiben zu einem großen Teil den ganzen Tag dort. Sie bringen die unterschiedlichsten Anforderungen mit, teilweise müssen ihnen sogar einfache Alltagskompetenzen vermittelt werden.“

„Kinder brauchen keine Paläste, aber sie brauchen Räume“, forderte Knell. Und sie brauchen Menschen, die diese Räume mit Lebensfreude, Leben und Lernen erfüllen. Wenn Kommunen sich als Bildungsorte verstehen, Erzieher gefördert und beteiligt werden, Eltern ihre Wünsche und Bedürfnisse formulieren und die Politik Geld investiert, statt verteilt, dann sind wir auf dem richtigen Weg.“